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building & automation 4/2001, Seiten 64/65
Richard Raabe
Elektro-CAD und Technisches Facility-Management

Es ist soweit. Die Installationsarbeiten sind abgeschlossen und nun sollen für die Erstellung der Abnahmedokumentation Revisionspläne erstellt werden. Heute werden von fortschrittlichen Unternehmen Revisionspläne mit Hilfe einer Elektro-CAD Lösung erstellt. Auf dem Markt befinden sich CAD-Lösungen von wenigen hundert bis zu einigen tausend Mark.

Für die Erstellung bekommt das ausführende Unternehmen heute vom Bauherrn, Architekten oder Planer als Vorlage in der Regel eine DWG - oder DXF-Datei. Der Zeichnungsaustausch via DXF (drawing-exchange-file) ist im Bauwesen ein de-facto-Standard geworden. Kommen die Pläne direkt aus einem AutoCAD-System und hat der Anwender ebenfalls ein AutoCAD basierendes CAD-System, so ist eine Fehlerquelle bereits ausgeschaltet. Werden sogenannte AutoCAD-kompatible Systeme eingesetzt, sind Fehlerquellen und Nacharbeiten vorprogrammiert.
Entgegen allgemeiner Annahmen ist die DXF-Schnittstelle keine genormte Schnittstelle, sondern ein produktspezifisches Dateiformat. Das Format kommt in vielen Varianten vor und die Definition obliegt allein dem AutoCAD-Hersteller AutoDesk Inc.


Unterschiedliche Darstellung desselben Revisionsplans

Weil es keine einheitlichen Datenaustauschformate gibt, gehen die Auftraggeber dazu über, CAD-Standards vorzuschreiben. Hier kommt als weiteres Element noch die Anforderungen der verschiedenen FM-Systeme hinzu. Es gibt zwar eine Norm (DIN 32736, Ausgabe:2000-08) die Begriffe regelt, aber in der Praxis existieren unterschiedliche Umsetzungen und Anforderungsprofile. Da es mit erheblichen Kosten verbunden ist, die Daten eines Gebäudes nachträglich zu erfassen, werden die notwendigen Daten entweder aus dem Aufmaß entnommen oder aus den Revisionsplänen automatisch ausgelesen.

... und das ausführende Unternehmen ist hier gefordert
Gerade die 2. Variante, Daten aus der CAD-Zeichnung auszulesen, erfordert eine hohe Disziplin bei allen Beteiligten und setzt Standards voraus, u.U. Hausstandards. Daraus resultieren letztendlich die Vorgaben für das ausführende Unternehmen. Dieses hat, als letztes Glied in der Kette, nun seine liebe Not diese Vorgaben zu erfüllen. In den Vorbemerkungen der LV´s oder in den unterschrieben Verträgen stehen lapidare Formulierungen, aus denen der Auftraggeber all seine Forderungen ableiten kann. Aus einfachen Beschreibungen entstehen so unter Umständen ausufernde Folgekosten.


... um Fehler zu vermeiden und Kosten zu sparen
Die meisten CAD-Systeme arbeiten mit festen Strukturen. Wird auch nur ein Layer geändert oder ein Attribut an einem bestehenden Objekt (Symbol) ausgetauscht, sind die Daten für die eigene Software nicht mehr erkennbar und damit gehen alle Routinen und Auswertungsmöglichkeiten verloren. Ein rationelles Arbeiten ist in diesem Fall fast unmöglich. Der Anwender muss mit viel Handarbeit die Zeichnung aufbereiten und erstellt manuell Excel- oder Access-Tabellen. Bei großen Aufträgen sind hier Eingabefehler unausweichlich. Da keine einheitliche Schnittstelle zu FM-Systemen besteht, kommen unter Umständen hohe Kosten für die Datenkonvertierung hinzu.

Gesamtdarstellung eines Gebäudes mit eingetragener Installation

Objektvisualisierung aus der Datenbank heraus

Alles dies könnte vermieden werden, wenn bereits vor Angebotsabgabe spätestens aber vor der Vertragsunterzeichnung kompetente Partner hinzugezogen würden, die das LV bzw. den Vertrag auf solche Schwachstellen abklopfen und Lösungsvorschläge unterbreiten. Für eine kompetente Beratung genügen nicht nur Kenntnisse und Erfahrungen mit CAD-Werkzeugen, hier werden umfangreiche Kenntnisse im Datenaustausch, Datenbanken und Schnittstellen benötigt. Um überhaupt eine zufriedenstellende Lösung CAD - FM realisieren zu können, muss das CAD-System einige Voraussetzungen erfüllen. Da wäre als unabdingbare Grundvoraussetzung AutoCAD als CAD-Basis. Weiterhin müssen Layer-Strukturen frei definierbar sein. Sie sollten auch von Auftrag zu Auftrag änderbar sein und zwar ohne das Einschalten einer teueren Hotline des Herstellers oder sogar Programmierarbeiten. Attribute, die an die einzelnen Symbole angehängt werden, müssen ebenfalls frei definierbar und änderbar sein. Daten, die aus der CAD gelesen werden, müssen in einem offenen Datenbankstandard abgelegt werden. Ausgaben nach Word oder Excel erleichtern die Datenübergabe, da die meisten Systeme diese Formate lesen und verarbeiten können.

Kompetente Unterstützung
All diese Voraussetzungen werden von den Softwaremodulen elcoCAD R4 Plus in Verbindung mit QuantiSoft erfüllt. In elcoCAD werden die Zeichnungen erstellt. Durch die einzigartige klick & lern - Technologie (Übernahme der Fremdsymbole und von fremden Zeichenstandards mit einem Mausklick) können sehr schnell und einfach die gemachten Vorgaben übernommen werden. Ein direkter Datenaustausch in das System QuantiSoft sorgt dann für eine geregelte Übergabe in das jeweilige FM System. Die Daten aus elcoCAD R4 werden nicht nur mengenmäßig übergeben sondern mit ihren jeweiligen Standorten und der 3D-Lage in der Zeichnung. Es erfolgt eine Kennzeichnung über das Gebäude, das Stockwerk, das Zimmer, den Stromkreis oder die Linie und die XYZ-Koordinaten in der jeweiligen Zeichnung. Zur Kontrolle kann aus QuantiSoft das jeweilige Element rückwärts in der CAD-Zeichnung visualisiert werden. Dabei wird die CAD automatisch gestartet, der entsprechende Plan aufgerufen und auf das Element gezoomt. Eine größtmögliche Flexibilität, freie Konfiguration, leichte Erweiterbarkeit und gutes Handling sind ein unbedingtes Muss für jedes CAD-System, das im Verbund mit FM-Systemen arbeiten soll. Bereits bei der Erarbeitung des System- Designs von elcoCAD R4 wurden diese Anforderungen berücksichtigt und realisiert. Gelder, die bei der Beschaffung und bei der Einführung von CAD-Systemen vermeintlich eingespart werden, müssen um ein Vielfaches investiert werden, wenn die Software im Einsatz nicht den vorgenannten Bedingungen entspricht. Dazu kommen im schlimmsten Fall eine verspätetete Schlussrechnungslegung oder Konventionalstrafen, wenn es zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen kommt. Solange keine einheitlichen Standards oder Vorgaben dafür sorgen, dass FM-System gleich FM-System ist, kann der Anwender einzig durch die Auswahl des richtigen Elektro-CAD Systems und einen kompetenten Partner dafür sorgen, dass der Aufwand den er betreiben muss, so gering wie möglich gehalten wird. Hannappel SOFTWARE kann hier mit über 40-jähriger Erfahrung in der elektrischen Installationstechnik und 20-jähriger Erfahrung auf dem Software-Sektor seine Kunden in allen Phasen der Leistungserbringung kompetent unterstützen.


Ernst-Richard Raabe ist Vertriebsleiter der Hannappel SOFTWARE GmbH, Wiesbaden.


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