Fenster schliessen

AutoCAD Magazin 4/03, Seite 64
Leitende Aufgabe

Klassische Facility-Management- (FM-) oder CAFM-Systeme folgen oft einem sehr breiten Ansatz. Die elektrische Installationstechnik kommt dabei häufig zu kurz. Mit dem Tool elcoCAD eTFM lässt sich das ändern.

Die Kundschaft klassischer Facility-Management-Systeme reduziert sich vielfach auf die Betreiber und einige wenige große FM-Dienstleister. Für die elektrische Installationstechnik wirft dies zwei Problem auf. Zunächst erfordert die fachgerechte Verwaltung von elektrischen Anlagen mehr als eine große Datenbank, in der die Betriebsmittel erfasst und mit einer Anzahl von Datenfeldern versehen werden. Vielmehr benötigt man ein komplettes Anlagenmodell, das im Hintergrund die Informationen über Verteiler, Stromkreise, Kabel und Trassenbelegungen bereitstellt. Hier erweist sich vielleicht ein technisches FM-System für die gesamte Haustechnik als zu weit gefasst, zumal integrierte Lösungen die elektrische Installationstechnik tendenziell etwas stiefmütterlich behandeln.
Das zweite Problem ergibt sich aus der genannten Zielgruppe. Betreiber und spezialisierte FM-Dienstleister werden Schwierigkeiten haben, das notwendige Know-how bereitzustellen.


eTFM Datenmodell
Nahezu alle FM-Softwarelösungen kranken an den mit der Datenerfassung und Datenübernahme verbundenen Problemen. In der elektrischen Installationstechnik bietet elcoCAD R4 mit dem "Klick & Lern" Verfahren eine Alternative, bestehende CAD-Daten in ein konsistentes Datenmodell überzuführen. Hierbei werden CAD-Standardobjekte erkannt und in intelligente CAD-Elemente mit Datenbankverbindung umgewandelt. Ein solches Datenmodell lässt sich durch Schnittstellen in FM-Systeme übergeben, da hier zum Beispiel ein Schalter nicht nur durch ein einfaches CAD Symbol repräsentiert, sondern unter anderem mit Einbauort und technischen Eigenschaften gleichzeitig in einer nicht grafischen Projektdatenbank gespeichert wird.

Anlagen, Betriebsmittel
Da in einem eTFM-Datenmodell eine bidirektionale Verbindung zwischen CAD und Datenbank besteht, lassen sich Informationen über Betriebsmittel und Kabel/Verlegesysteme sowohl aus der CAD-Umgebung als auch aus übergeordneten, so genannten Browsern einsehen und gegebenenfalls modifizieren. Die individuelle Definition von Datenfeldern für die Betriebsmitteleigenschaften gehört mittlererweile zum Standardumfang von FM-orientierten Softwarepaketen.


elcoCAD eTFM: Übersicht über Betriebsmittel mit dem FM-Browser.

Der Anwender kann sie eigenständig vornehmen. Zur Visualisierung im CAD ruft man mit einem einfachen Mausklick die betreffende Zeichnung auf und lässt sich den relevanten Bildausschnitt anzeigen.

Kabel und Verlegesysteme
Dass eine elektrische Anlage nicht nur aus Betriebsmitteln, sondern im Wesentlichen auch aus Stromkreisen und Schwachstromlinien für IT/ELA/BMA besteht und diese oft auf der CAD-Seite zeichnungsübergreifend verwaltet werden müssen, stellt an das Kabelmanagement besonders hohe technische Anforderungen - auf der CAD und der Datenbankseite. Neben der Abbildung aller handelsüblichen Verkabelungssysteme und Topologien erweist sich hier die Belegung von Verlegesystemen einschließlich bestehender Reserve als wichtig. Daten wie die Anzahl und die Anschlusswerte der verbundenen Verbraucher sowie die Leitungslänge lassen sich gegen benutzerdefinierte Maximalwerte prüfen. Auch hier verbessert die Visualisierung im CAD die Übersicht erheblich. Zudem kann der Benutzer nach dem automatischen Sprung in die CAD-Umgebung Informationen zu den Verlegesystemen wie Trassenbelegung, Durchmesser, Gewicht, Brandlast oder Reserve abrufen.


Visualisierung einer Brandmeldelinie im CAD.

Wartungsverwaltung
In Anlagen sind sowohl wiederkehrende Wartungs- und Inspektionstätigkeiten als auch individuelle Instandsetzungsaufgaben an der Tagesordnung. Mit einem eTFM-System können diese Aufgaben automatisch angestoßen werden. Zudem lässt sich die benötigte Dokumentation für den Vorgang automatisch erzeugen.
Dabei kann der Anwender selbst Vorgangsprofile definieren und mit entsprechenden Einzeltätigkeiten verbinden. Die Häufigkeit und den Starttermin bestimmt er selbst, und der neu erzeugte Vorgang wird dem Wartungskontrollzentrum übergeben. Durch die Verknüpfung mit dem CAD-Datenmodell können beim Auslösen des Vorgangs neben automatischen Benachrichtigungen per E-Mail oder Fax alle relevanten grafischen, technischen und kaufmännischen Daten herangezogen werden, um Arbeitsvorbereitung und Angebots-/Auftragswesen weitgehend zu automatisieren.
Neben den aktuellen Vorgängen spielt die gesamte Historie der ausgeführten Leistungen eine besondere Rolle. Dadurch lassen sich zum Beispiel bei häufigem Austausch von Betriebsmitteln am gleichen Einbauort technische Schwachstellen lokalisieren und korrigieren.


Oliver Hannappel/anm

Fenster schliessen