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Gebäudetechnik & Handwerk, Heft 6/2000, Seite 88/89
Volle Kostenkontrolle
CAD und Controlling - ein Widerspruch ?

Kabelmanager
Vergabe von Stromkreisen mit automatischer Ermittlung der Leitungslänge

Kostenkontrolle und Ertragssicherheit, Vermeidung von Insolvenzen und Erhalt der Liquidität sind Schlagworte, die auf Anhieb niemand mit einer CAD-Lösung in Verbindung bringt. Die Firma Hannappel SOFTWARE, Wiesbaden, hat sich mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt und ist der Überzeugung, dass sich dieser Widerspruch durch die Auswahl des richtigen CAD-Systems, auflöst.

Ernst Richard Raabe

Betrachten wir zuerst die CAD. Ein Unternehmen, das professionell im Anlagenbau tätig ist, kommt an einer CAD-Lösung nicht vorbei. Bei der Auswahl der CAD sollte darauf geachtet werden, dass sich im Ausbaugewerk als Quasistandard AutoCAD etabliert hat. Lösungen, die das daraus resultierende Datenformat nicht einwandfrei lesen und schreiben können, verursachen entweder hohe Folgenkosten für die nachträgliche Aufbereitung oder verhindern generell den Datenaustausch.
Wichtig ist eine Lösung, die die schnelle und effiziente Platzierung von Zeichen elementen im Plan garantiert. Angepasste Elektro-Zeichenroutinen im System elcoCAD sorgen dafür, dass die Forderung nach effizienter Zeichnungserstellung erfüllt wird. Dazu gehören Funktionen wie die intelligente Übernahme externer Installationspläne mit Ihren Fremdsymbolen, die bidirektionale Schnittstelle zu DIALux zur automatischen Platzierung von Leuchten, die automatische Bestimmung und Platzierung von Brandmeldern, die maßstabsgerechte Konstruktion von Kabelrinnen und Brüstungskanälen im 2D-Bereich mit automatischer Übernahme in den 3D-Bereich samt Kollisionsprüfung für Fremdgewerke.
Außerdem verfügbar sind Zeichnungshilfen zur maßstabsgerechten Platzierung von Wand- und Deckendurchbrüchen, die automatische Generierung der Legende, die automatische Suche der kürzesten Strecke (auf vorgegebenen Leitungswegen) mit Ausgabe von Durchmesser, Gewicht und Brandlast auf der Kabelstrecke und vieles mehr.


SOFTWARE Trasseninfo
Ausgabe von Durchmesser, Gewicht und Brandlast auf dem Kabelweg


Daten stehen für Controlling-Funktionen zur Verfügung.
Wird der Anwender bei jedem einzufügenden Element gezwungen, eine Reihe von Definitionen, wie Fabrikat, Verlegeart, Zubehör, Stromkreis etc. anzugeben, wird er vom System ausgebremst und am flüssigen Arbeiten gehindert. Deshalb erfolgt die Massen- und Stromkreisspezifikation erst, wenn die Entwurfsplanung vom Auftraggeber genehmigt wurde. Nach Abschluss der Planung und Zuweisung der Materialien und Stromkreise können aus dem CAD-System die automatisch gezogen werden.
Viele CAD-Systeme können nur Listen generieren. Für die weitere Nutzung sind aber qualifizierte Daten erforderlich. Das heißt, die einzelnen Massen müssen nach Ordnungszahl (Los, Titel, Position), nach Gebäudeteilen (Liegenschaft, Gebäude, Stock, Raum) und nach Stromkreisen (Verteiler, Stromkreis) sortiert auszugeben sein. Diese Informationen werden in eine offene Datenbank geschrieben und stehen für Facility Management und Controlling-Funktionen zur Verfügung.
Die ermittelten Massen werden elektronisch an das Programm QuantiSoft übergeben. Durch die Kombination mit elcoCAD steht dem Anwender bei der Bauabwicklung ein effizientes Controllingwerkzeug zur Verfügung. Durch die Qualifizierung der einzelnen Mengen können einfach und schnell Material- und Subunternehmenanfragen erfolgen. Werden Arbeitsgemeinschaften gegründet, können für jeden ARGE-Partner einzelne Bereiche gekennzeichnet und ausgegeben werden.


Viele Insolvenzen sind Resultat fehlenden Controllings
Ein hoher Anteil von Insolvenzen im Elektrohandwerk entsteht durch Liquiditätsengpässe und fehlendes Controlling während der Ausführung. Mangelnde Liquidität entsteht unter anderem durch späte und/oder falsche Rechnungslegung, verspätete und/oder fehlende Meldung von Nachträgen sowie fehlende Meldung von Mengenüberschreitungen während der Bauausführung.
Missachtung von einfachsten Controllingmaßnahmen führt dazu, dass der Erfolg beziehungsweise Misserfolg einer Baustelle erst nach Abschluss der Arbeiten festgestellt wird. Dann ist es meistens zu spät. Fehlende Massen können nicht mehr nachberechnet werden oder notwendige Nachträge werden nicht mehr genehmigt.
Durch das Zusammenspiel von CAD und Controllinginstrument lässt sich dies vermeiden. Die Qualifizierung der CAD-Massen führt dazu, dass der Anwender beispielsweise Aufmaßblätter im Büro vorbereitet (Soll-Aufmaß). Dazu genügt ein Mausklick auf den entsprechenden Raum, den Stromkreis oder die entsprechende Leistungsposition. Die Generierung der Aufmaßblätter erfolgt nach Abschluss der Markierungarbeiten automatisch. Bestimmt wird noch die Ausgabeform, die entweder zeilenweise nach REB oder als Kreuztabelle über EXCEL erfolgt. Möglich ist auch eine elektronische Form der Ausgabe.
Auf der Baustelle werden jetzt die einzelnen Massenansätze kontrolliert und - wo notwendig - abgeändert (Ist-Aufmaß). Nach Abschluss der Baustellenkontrolle werden die Massen wieder im Büro eingelesen. Nicht im Leistungsverzeichnis (LV) enthaltene Positionen werden automatisch vom System erkannt und entsprechend gekennzeichnet. Diese Positionen können dann später ausgewertet werden. Entweder als externe Nachtrag oder als interne Kosten zur weiteren Beobachtung.

Globales Markieren
Durch einfaches Markieren werden Controllingfunktionen ermöglicht

Stetiger Abgleich von Soll- und Ist-Aufmaß
Zur Kontrolle wird das Soll-Aufmaß mit dem Ist-Aufmaß elektronisch verglichen, und die Abweichungen werden dokumentiert. Bei Abweichungen kann durch einfaches Hochrechnen kontrolliert werden, ob die Gesamtmassen vom Auftrags-LV abweichen (Hinweispflicht nach VOB) und sich dadurch Änderungen in der Material- und/oder Personaldisposition ergeben, können so ebenfalls frühzeitig sichtbar gemacht werden.
Gleichzeitig steht ein Dokument zur Verfügung, mit dem eine Abschlagszahlung angefordert werden kann. Durch die Vorbereitung im Büro können die üblichen Ausreden auf der Baustelle wie keine Zeit für Aufmaß, Termindruck, zu wenig Mitarbeiter etc. entkräftet werden. Es wird nur noch kontrolliert.
Regelmäßig (wöchentliche) Aufmaßvorbereitung mit anschließender Auswertung sorgt so für einen erheblichen Mittelzufluß, der die Liquidität steigert und Fehleinschätzungen vorbeugt. Zum Schluss werden die Aufmaße nur noch kumuliert, und die Schlussrechnung kann geschrieben werden. Auch hier ist immer wieder zu hören, dass Handwerker Gelder verschenken, weil sie angeblich nicht dazu kommen, eine ordentliche Schlussrechnung aufzusetzen.

Aufmaßblatt Automatische Aufmaßblätter

Grundlagen für die Revisionspläne sofort verfügbar
Hier schließt sich auch wieder der Kreis CAD - Controlling. Durch die regelmäßige Bearbeitung der Mengen in QuantiSoft und die Vorbereitung mit elcoCAD stehen sofort die Grundlagen für die Revisionspläne zur Verfügung. Die integrierte Datenbank im Verteilermanager ermöglicht die schnelle Änderung der Verteilerpläne, ohne dass der Anwender sich darum kümmern muss, wie Elemente eingepasst werden können, Querverweise angepasst werden oder gar Stromkreisbezeichnungen mit den Stromkreisnummern in Einklang gebracht werden. Dies erledigt die Software automatisch.
Ganz zum Schluss können aus den Revisionsplänen nochmals die Massen gezogen und mit dem Schlussaufmaß verglichen werden. Dies bietet vor dem Stellen der Schlussrechnung eine letzte Kontrolle mit der Möglichkeit korrigierend einzugreifen.


Fazit:
Die im Beitrag beschriebene Vorgehensweise empfiehlt sich bei Aufmaßaufträgen, bei Pauschalen und auch bei funktionalen Leistungsbeschreibungen. Die Controllingfunktionen der beiden Programme helfen dabei, den Unternehmenserfolg auf Dauer zu sichern.


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