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AutoCAD Magazin 03/02
Erkenntnisgewinn
Dipl. Inf. O. Hannappel

bei der Planung und Ausführung in der Gebäudetechnik nimmt der Datenaustausch eine zentrale Stellung ein. Zurzeit werden so gut wie alle grösseren Projekte über DXF abgewickelt. Da es sich um ein proprietäres Datenformat eines CAD-Herstellers handelt, sind Probleme unausweichlich. Ein Beispiel: Ein ausführendes Unternehmen übernimmt von einem Planungsbüro die CAD-Zeichnungen um auf dieser Basis die Ausführungs- und Revisionsunterlagen anzufertigen. Der klassische DXF-Datenaustausch beschränkt sich aber auf reine Geometrie. Will man die Zeichnung zur CAE-Bearbeitung und Auswertung verwenden, muss der Anwender jedes Symbol neu platzieren oder durch ein "intelligentes" Symbol der CAE-Applikation ersetzen.
CAFM-Vorgaben bei der Projektdokumentation in vertraglichen Vereinbarungen führen zu weiteren Schwierigkeiten. Hier werden etwa Layerstruktur, Symbolbibliotheken, Farben oder Datenbankformate genau festgelegt. CAD-Systeme, die eine feste Layerstruktur verwenden oder sogar für die Auswertung voraussetzen, sind hier schlichtweg unbrauchbar. Damit fallen neben kommerziellen Produkten, die technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind, fast alle sogenannten InHouse-Lösungen durch das vorgegebene Raster.
elcoSystem R4, ein Planungswerkzeug für die elektrische Installationstechnik, geht hier ganz neue Wege. So können die auf ECOT (elcoCAD cognitive object technology) basierten "klick + lern" - Module sind durch einen einzigen Mausklick ein fremdes Symbol erlernen und in die Objekt-Stammdatenbank übernehmen. Im Anschluss daran lassen sich alle Zeichnungen, die diesem Standard entsprechen, automatisch auswerten und weiterverarbeiten - das System wandelt dabei Symbole in intelligente Objekte um, ohne deren grafische Darstellung zu verändern.


Symbolmanager mit klick + lern
Symbolmanager mit klick + lern

Auf Klick lernen
Der Anwender kann dann völlig neue CAD-Zeichnungen in diesem Standard erzeugen. Weitere "klick + lern"-Module gibt es derzeit für die Übernahme von Raumpolygonen der Architektur und für das automatische Beschriften von Stempel und Legenden aus der integrierten Zeichnungs-und Indexverwaltung heraus. So ließ sich beim Grossprojekt "Flughafen München, Terminal II" aus vorhandenen, reinen AutoCAD-Zeichnungen innerhalb von wenigen Tagen ein auswertungsfähiges, datenbankgestütztes Datenmodell automatisch generieren. Dabei übernahm die Software rund 6.000 Raumpolygone und mehr als 15.000 Symbole und sorgte für den Export in das QuantiSoft-System zur automatisierten Aufmaßerstellung. Sollen Planungssicherheit und -qualiät verbessert werden, kommt es besonders darauf an, elektrischen Berechnungen für Stark- und Schwachstrom einzubinden. Dies erfordert wiederum ein intelligentes Datenmodell. Denn die Effizienz eines CAE/CAD-Systems bemisst sich nicht nur nach dem Aufwand für das Erzeugen der Daten. Hier bietet elcoSystem R4 eine Vielzahl von Alleinstellungs-merkmalen, wie die automatische Schemagenerierung aus stockwerksübergreifender Verkabelung.

Ausblick
Das neue Datenformat IFC soll in Zukunft den Datenaustausch effizienter gestalten. Die derzeitige Situation lässt aber nicht zu, darauf zu warten, bis sich IFC durchgesetzt hat. Intelligente Interims-Technologien sind gefragt. Komplexe Anforderungen verlangen ausgereifte, auf den deutschen Markt zugeschnittene High-End-Systeme, ein praxisbezogene Schulungs- und Coachingkonzept, und den Einsatz von Fachpersonal mit Berufspraxis. Für geringere Anforderungen wird das bewährte Gespann "AutoCAD plus Symbolbibliothek" weiterhin ausreichen. Lösungen, die sich zwischen diesen beiden Polen bewegen, sind wirtschaftlich betrachtet eigentlich keine Lösungen, sondern Kostenträger.

Oliver Hannappel

QuantiSoft Massen-Navigator
QuantiSoft Massen-Navigator.


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