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de 11/2001, Seiten 53/54 Datensalat beim Austausch von CAD-Dateien vermeiden Der Beitrag beschreibt die Probleme beim Austausch von DXF-Dateien in der Baubranche. Der CAD-Datenaustausch kann mit entsprechenden Softwarelösungen, z.B. mit der »klick & lern«-Schnittstelle, verbessert werden. Der Einsatz von CAD-Systemen »am Bau« hat in den letzten Jahren ständig weiter zugenommen. Neben der unbestreitbar höheren Effizienz beim Erstellen von Projektdokumentationen und Auswertungen geht aber gleichzeitig eine Schnittstellen-Problematik einher, die mit Sicherheit jedem bekannt ist, der am hinteren Ende der CAD-Verarbeitungskette steht, nämlich dem ausführenden Unternehmen. AutoCAD setzte den Quasi-Standard für Datenaustausch Zum derzeitigen Zeitpunkt existiert im Bauwesen ein De-facto-Standard, das bekannte DXF-Format. Zunächst einmal bedarf es einer Klärung, für was DXF (drawing-exchange-file) eigentlich steht: DXF ist nichts anderes als das interne Dateiformat von AutoCAD in ASCII-Form.
Der Aufbau der aktuellen DXF-Versionen ist derartig kompliziert, dass es in der Vergangenheit für kleinere Softwarehäuser schlichtweg unmöglich war, eine vollständige und fehlerfreie Implementierung dieses Formats vorzunehmen. Die Ergebnisse waren entsprechend dürftig, insbesondere, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass in der jüngsten Zeit allein die Architektur-Daten für die CAD-Zeichnungen immer umfangreicher und komplexer werden. Zeichnungsgrößen größer 10 MByte sind dabei keine Seltenheit. Abhilfe für die CAD-Entwickler schafft hier die Software der OpenDWG-Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Lesen und Schreiben von DXF- und DWG-Zeichnungen auch anderen Herstellern zugänglich zu machen. Für den Endbenutzer wird damit leider die eigentliche Schnittstellenproblematik nicht unmittelbar gelöst. Versteht ihr Programm DXF ? Das Grundproblem beim Datenaustausch besteht darin, dass ein anderes CAD-Programm zwar versteht, was AutoCAD ihm per DXF-Datei mitgeteilt hat, aber nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt, die beschriebenen Elemente darzustellen oder zu verarbeiten. Zieht man in Betracht, dass der Trend immer mehr in die Richtung geht, Revisionszeichnungen als Datensatz anzufordern, wird dieses Problem sogar verschärft.
Über die Vor- und Nachteile von Monopolisten in der Software-Industrie lässt sich ausgiebig diskutieren. Tatsache ist, dass im Bauwesen in Zeiten geringer Margen und anhaltend hohem Kostendruck ein gesunder Pragmatismus nicht schaden kann. Somit gibt es zur Zeit keine realistische Alternative zu AutoCAD, AutoCAD LT oder AutoCAD ADT (Architectural Desktop), wenn man in Projekten arbeitet, bei denen echte DXF-Kompatibilität gefragt ist. Generell abzuraten ist von der der Vorgehensweise, mit Nicht-AutoCAD-Produkten direkt DWG-Dateien zu erzeugen (Drawing-Dateien sind die Zeichnungsdateien von AutoCAD). Zunächst hat AutoCAD hier keine Möglichkeit - im Gegensatz zum DXF-Import - das »Kuckucks-Ei« das ihm da ins Nest gelegt wurde, zu überprüfen. Probleme treten dann oft erst zeitversetzt auf, nachdem schon erhebliche Arbeit in die Zeichnung im DWG-Format inverstiert wurde. DXF-Dateien übertragen Symbole unvollständig Zum derzeitigen Zeitpunkt werden über diese »Schnittstelle«, von der wir mittlererweile wissen, dass sie keine ist, lediglich geometrische Daten übertragen, also Linien, Kreise, Texte usw. Objekte - z.B. Wände, Türen und Fenster oder Schalter, Steckdosen und Leuchten - werden nicht übertragen. Sollen von einer CAD-Anwendung Wände als Wände erkannt werden, sind Nebenverabredungen notwendig, die z.B. die Interpretation zweier Linien als Wand ermöglichen. Für das ausführende Unternehmen ergibt sich an dieser Stelle folgende Problematik: Die gegebenenfalls vom Planer bereitsgestellten DXF-Zeichnungen enthalten zwar schon Symbole, z.B. Steckdosen. Diese werden aber in der Regel nicht als Steckdosen erkannt. Sie müssten also für eine Weiterverarbeitung innerhalb des Elektro-CAD-Systems neu eingefügt werden, um diese mit der entsprechenden Logik des Systems zu verbinden. Damit ist die Wirtschaftlichkeit des gesamten CAD-EInsatzes bei größeren Projekten in Frage gestellt, es sei denn, man benutzt CAD als reine Zeichenmaschine. Damit würde man bewusst auf die hohen ![]() Einsparungspotenziale moderner Software-Systeme verzichten, z.B. für Auswertungen, Schema-Generierungen, Berechnungen usw. Alternative Methoden des Datenaustauschs Für die objektorientierte Übergabe von Daten exisitiert seit einiger Zeit der neue Standard IFC (Industry Foundation Classes), der von der Organisation IAI (Internationale Allianz für Interoperabilität) - ein weltweiter Arbeitskreis von Bau- und Softwareunternehmen - definiert wird. Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine echte Schnittstelle, speziell für die Baubranche. Die jetzt vorliegende Version IFC 1.51 beschreibt zwar die Objekte der Architektur, jedoch nicht die des technischen Ausbaus. An den entsprechenden Erweiterungen wird gegenwärtig gearbeitet. Leider ist IFC noch nicht ausreichend verbreitet, denn es könnte die Lösung der Zukunft werden. Grundsätzlich hat man zurzeit drei Alternativen: die vorhandenen CAD-Systeme als reine Zeichnungslösung benutzen Abwarten bis sich der neue Standard IFC etabliert hat Benutzung von speziellen Lösungen zur Beseitigung der Schnittstellenproblematik, z.B. die Schnittstelle »klick & lern«. Nachfolgend wird davon ausgegangen, dass die beiden Alternativen vor dem Hintergrund der heutigen Anforderungen und Umstände (Kostendruck, Rationalisierungszwänge usw.) nicht in Betracht kommen. Die dritte Alternative ist die Sofortlösung. Softwarelösung für das Erlernen von Symbolen Die bisher beschriebenen Umstände zwingen letztlich den Anbieter von Elektro-CAD-Systemen zum Handeln: Neben der Mitarbeit an neuen Standards (IAI) besteht die Möglichkeit der Realisierung einer objektorientierten, lernfähigen Schnittstelle. Leider sind die technischen Voraussetzungen für eine derartige Schnittstelle relativ hoch. Am Beispiel der auf ECOT (elcoCAD cognitive object technology) basierenden Schnittstelle »klick & lern« lassen sich die Vorteile einer solchen Software-Lösung darstellen. Das System lernt durch einmaliges Anklicken eines Symbols (z.B. einer Steckdose), wie der jeweilige Partner dieses Objekt in seinen DXF-Zeichnungen nachbildet. Danach kann es jede weitere Zeichnung selbstständig interpretieren und mit dem Symbol die entsprechenden technischen und kaufmännischen Daten automatisch verbinden. Dies geschieht, ohne dass das ursprüngliche Symbol in irgendeiner Form verändert wird. Der Absender der Zeichnung kann sie ohne Probleme wieder einlesen und weiterverarbeiten. Diese Technik hat noch einen weiteren, interessanten Nebeneffekt: »klick & lern« lernt nicht nur die Symbole des Partners, sondern auch seinen CAD-Standard (Layer, Farben, Attribute, Symbolnamen) mit einem Klick. Diese Fremdbibliotheken lassen sich in »elcoCAD R4 Plus« in beliebiger Anzahl für die jeweiligen Partner anlegen. Mit »klick & lern« ist es möglich, auch neue Objekte und Zeichnungen in dem empfangenden CAD-Standard zu erzeugen. Der ursprüngliche Ersteller der Ausgangszeichnung hat dann keine Möglichkeit festzustellen, dass die neue Zeichnung nicht von ihm selbst erstellt wurde. Dies gewinnt zunehmend an Bedeutung vor dem Hintergrund, dass große Auftraggeber dazu übergehen, CAD-Standards in Projekten verbindlich vorzuschreiben. Die Ursachen hierfür liegen in den modernen Methoden der Gebäudebewirtschaftung, dem so genannten Facility Management. Fazit Langfristig könnten die Probleme des CAD-Datenaustauschs durch den IFC-Standard gelöst werden. Das Tagesgeschäft zwingt aber zum Handeln. Der Einsatz spezieller Softwareprodukte, z.B. die Software der OpenDWG-Organisation für Entwickler oder die beschriebene »klick & lern«-Schnittstelle für Endbenutzer, bieten eine schnelle Lösung zur Verbesserung des Datenaustauschs. |