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de 13-14/2003, Seite 54/55 CAD-Datenübernahme ohne Hindernisse Automatische Erkennung von aufgelösten CAD-Symbolen Dipl. Inf. Oliver Hannappel, geschäftsführender Gesellschafter, Hannappel SOFTWARE GmbH, Wiesbaden Die Bearbeitung von Planungsdaten erfolgt zunehmend in CAD-Systemen. Dies gilt auch für ausführende Elektrofachbetriebe, die hierzu daten zur Weiterbearbeitung erhalten. Die im Beitrag beschriebene Software hilft, aufgelöste Symbole zu rekonstruieren. CAD-Dateien als Träger von Baudaten haben sich in den letzten 10 Jahren im Bereich der elektrischen Installationstechnik etabliert. Zumindest bei mittleren und größeren Bauvorhaben erhalten die an der Ausführung und Planung beteiligten Unternehmen CAD-Daten - in der Regel im de-facto Standart DXF/DWG. Leider sind die mit dem Datenaustausch verbundenen Probleme in der Praxis noch nicht beseitigt (siehe "Datensalat beim Austausch von CAD-Dateien vermeiden", "de" 11/2001, S. 53 ff.). Halten die beigestellten Zeichnungen ein Mindestmaß an Qualität ein, genügt z.B. die dort beschriebene "klick & lern"-Technologie des CAE-/CAD-Systems elcoCAD R4. Bild 1: AutoCAD-Icon zum Auflösen von Symbolen Es wandelt einfache Symbole automatisch in intelligente Objekte um, die damit zur Weiterverarbeitung und Auswertung zur Verfügung stehen. Das Drama der aufgelösten Symbole Jeder AutoCAD-Anwender kennt den Befehl "Ursprung". Er zerlegt Symbole - die eine zusammengehörende logische Einheit bilden - in unzusammenhängende Einzelobjekte wie Kreise, Linien, Texte usw. Das Icon (grafisches Programmsymbol) dieses Befehls in der Bedienungsoberfläche von AutoCAD repräsentiert sich nicht grundlos mit einer Dynamitstange (Bild 1 (Bild 1: AutoCAD-Icon zum auflösen von Symbolen)). Diese Funktion hat es wirklich in sich. Sie verwandelt ein grundsätzlich auswertbares CAD-Modell in eine reine Strichzeichnung. Anschließend geht so gut wie gar nichts mehr: keine Stückzeichnung, keine Massenermittlung, keine Generierung von Schemaplänen. Viele CAD-Systeme erhalten auch beim DXF/DWG-Export eine Funktion, die Symbole, Blöcke oder Zellen in Ihre Bestandteile zerlegt. Andere sind grundsätzlich nicht in der Lage, Symbole DXF/DWG-konform auszugeben. Ein Sonderfall ist die Eigenart mancher Programme jedem einzelnen Symbol einen individuellen Namen zu geben. In seiner Auswirkung ist dieses Softwareverhalten eine Form der Informationsvernichtung, fast vergleichbar mit dem Auflösen der Symbole (Bild 1). Diese Informationen benötigen jedoch auch ausführende Elektrofachbetriebe. Für sie gibt es drei typische CAD-Anwendungsfälle, die nicht aufgelöste Symbole voraussetzen: • In der Vergabephase kann der Anbietende - insbesondere bei Pauschalierungen - schnell und effizient Massen aus CAD-Zeichnungen ermitteln. Auf dieses moderne Hilfsmittel sollte niemand mehr verzichten. • Für die Erstellung von Ausführungs- oder Revisionsplänen ist die Übernahme der Vorplanung des Fachplaners oftmals eine Voraussetzung um den CAE/CAD-Einsatz in einem Projekt überhaupt kostendeckend zu gestalten. • Schließlich gewinnt das Facility Management innerhalb der Elektroinstallation zunehmend an Bedeutung. Spätestens bei der hier geforderten Datenübergabe an so genannte FM-Systeme verletzen aufgelöste Zeichnungen die Prüfkriterien. Die damit verbundenen Nacharbeiten belasten den Deckungsbeitrag eines Projektes erheblich.
Bild 2: Prinzip von »elcoCAD CA« Der Bedarf für die Auswertung und Aufbereitung solch "unintelligenter" CAD-Zeichnungen wurde seit Jahren an die Hannappel Software GmbH herangetragen. Aufgrund der Verzögerung bei der Einführung der neuen Datenaustauschformate IAI/IFC - die diese Situation eindeutig verbessern könnten - entwickelte diese Firma eine ergänzende Software, die aufgelöste Symbole erkennen kann (Bild 2). Symbol an der Kontur erkennen Das Softwareprodukt "elcoCAD CA" basiert auf dem Prinzip der Konturenanalyse. Der Anwender zeigt dem System einmal die Signatur eines Symbols. Im Falle eines Ausschalter-Symbols sind dies in der Regel ein Kreis und zwei Linien (Bild 2). Anschließend sucht und erkennt das System diese Signatur in der gesamten bzw. einem Teil der Zeichnung und wandelte es in ein zusammenhängendes Symbol um. Das Konturenanalyseverfahren von elcoCAD CA ist optimiert für die Erkennung von Elektroinstallations-Symbolen (Bild 3 (Bild 3: elcoCAD CA, Nutzeroberfläche unter Windows)). DXF/DWG-Dateien lassen sich gut mit der Konturenanalyse erkennen, etwas schwieriger ist dieser Vorgang bei Plot-Dateien. Plot-Dateien in CAD-Daten umwandeln Plot-Dateien sind keine auswertefähigen CAD-Dateien. Leider geben viele Planer die Daten in diesem Format weiter, damit der Empfänger diese lediglich ausdrucken bzw. plotten kann. ![]() Bild 3: elcoCAD CA, Nutzeroberfläche unter Windows elcoCAD CA schafft es - in Verbindung mit Softwarepaketen wie Cadconv der Fa. Kazmierczak -, die Symbole in Plotdateien für Stiftplotter (HPGL-Format) zu erkennen. Dies gilt nicht für Dateien im HPGL/2-Format, insbesondere bei Rasterdaten. Cadconv wandelt solche HPGL-Dateien in das DXF/DWG-Format um. Diese DXF/DWG-Datei entspricht in etwa einer aufgelösten CAD-Zeichnung. Es existieren jedoch leichte Abweichungen zwischen der Positionierung einzelner Zeichnungselemente. In elcoCAD CA lassen sich dafür Toleranzwerte für Objektgrößen, Distanzen und Winkel einstellen (Bild 3). Im Vorschaumodus kann der Anwender diese Parameter einfach und intuitiv ermitteln. Die so einmal erlernten Signaturen können in so genannten Job-Dateien als logisch zusammenhängende Analysevorgänge gespeichert und wieder verwendet werden. Konturenanalyse an eigenen Dateien testen Im Grunde wäre das hier beschrieben Verfahren unnötig, würden die Projektbeteiligten die CAD-Daten in geeigneter Form weitergeben. In der Praxis ist dies leider nicht der Fall. Die neusten Programmversionen von elcoCAD CA enthalten ein intelligentes Datenaustauschmodul (EPX = elcoCAD Project eXchange), das die gesamte Logik eines Projekts, einschließlich der notwendigen Stammdaten, in einem speziellen Dateiformat abbildet sowie im- und exportiert. Hannappel Software entwickelt in diesem Zusammenhang die "klick & lern"-Technologie konsequent weiter. Damit kann der Planer aus minderwertigem Datenmaterial mit geringem Aufwand intelligente Datenmodelle ableiten. Da die Trefferquote einer Konturanalyse in sehr starken Maße von der Beschaffenheit der zu analysierenden CAD-Zeichnung abhängt, haben alle elcoCAD-Anwender ab der Version 4.21 die Gelegenheit elcoCAD CA zu testen. Das neueste Produkt-Update enthält eine voll funktionsfähige Demoversion. Der Interessent kann somit das Konturanalyseverfahren anhand der ihm vorliegenden Daten bewerten. www.dxf.de |