Anforderungen an ein modernes CAE/CAD-System
Ernst Richard Raabe, Vertriebsleiter der Hannappel SOFTWARE GmbH



In vielen Unternehmen stellt sich heute die Frage nach dem Einsatz eines CAD-Systems nicht mehr. Die Erkenntnis, dass ein solches System die Erstellung von Planungs- und Ausführungsunterlagen erleichtert und rationalisiert, hat sich längst etabliert. Insbesondere im Umfeld anspruchsvoller Projekte ist der Einsatz eines professionellen CAD/CAE-Werkzeugs eine grundlegende Voraussetzung bzw. Forderung. Basis der meisten CAD-Systeme in den technischen Gewerken HKLSE ist die CAD-Software AutoCAD. In seinen verschiedensten Ausbaustufen hat es sich als De-facto Standard durchgesetzt. Auf Grund der hohen Leistungsfähigkeit der AutoCAD-Grundfunktionen wurden in der Vergangenheit eine Vielzahl von hausinternen Lösungen auf der Basis selbsterstellter Symbolbibliotheken und Makros entwickelt. Es stellte sich aber schnell heraus, dass neben den Problemen der Pflege der hauseigenen Lösungen wichtige Elemente eines vollwertigen CAD/CAE-Werkzeugs völlig fehlten. Dies beginnt damit, dass eine CAD/CAE-Lösung in der Lage sein muss, unterschiedliche Anforderungen an die Darstellung und Parametrisierung der verwendeten Symbole zu gewährleisten. Dazu gehört, dass z.B. grundsätzlich keine starre Festlegung der zu verwendenden Layer erfolgen darf. Farben und Attribute müssen individuell und auftragsbezogen eingestellt werden können. Nur so sind Forderungen, die sich aus dem Bereich des Facility Management ergeben, zu erfüllen. Gerade diese Anforderungen wachsen von Auftrag zu Auftrag. Im Hinblick auf die Massenermittlung genügt auch nicht ein Auszählen der Elemente, sondern die Symbole müssen mit ihren Örtlichkeiten (Liegenschaft, Gebäude, Geschoss, Bereich, Raum), ihrer Systemzugehörigkeit (EIB, Telefon, EDV, Starkstrom, etc.), ihrer Ausführungsart (Hersteller, Produkt, Schutzklasse, Montageart, etc.) und ihrer Planherkunft versehen sein.
Nur so kann man die Daten aus der CAD-Zeichnung sinnvoll verwenden, ohne dass ein zeitaufwendiges und gleichzeitig kostenintensives Nachbearbeiten notwendig wird.




Neben diesen vom Auftraggeber vorgegebenen Anforderungen erwartet der Anwender, dass Pläne schnell zu erstellen sind und gleichzeitig die Software den Anwender beim Einhalten von Vorschriften unterstützt. Dazu gehören Routinen für das exakte Platzieren von Symbolen, die Möglichkeit, selbst schnell und einfach neue Symbole zu erstellen und allen Anwendern zur Verfügung zu stellen. Es sollten Schnittstellen für eine normgerechte Beleuchtungsplanung vorhanden sein mit der Möglichkeit, die berechneten Leuchten dann lage- und höhenrichtig in den Grundriss zu übernehmen. Sinnvoll ist ebenso eine Berechnung der notwendigen Stückzahl von automatischen Brandmeldern mit Visualisierung der jeweiligen Überwachungsfläche. Weiterhin müssen Verlegesysteme, in 2D oder 3D, einfach und schnell erstellt, geändert und auch ausgewertet werden können. Bei der Auswertung darf nicht nur die Länge in den unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben, sondern es müssen auch die entsprechenden Formstücke mit ausgezählt werden. Für die Bestimmung der Trassen werden Informationen von Flächenbedarf, Gewicht pro Meter und Brandlast benötigt.



Einzelne Symbole müssen funktionsgerecht auf Linien und Stromkreise zugewiesen werden können. Falsche Zuweisungen müssen vom Programm abgefangen und der Nutzer darüber informiert werden. Gleichzeitig können Hinweise erfolgen, wenn gegen bestimmte Regeln (z.B. max. 64 Geräte auf eine EIB-Linie, max. 100m Leitungslänge bei einer strukturierten Verkabelung, max. 127 Melder auf einer BMA-Schleife usw.) verstoßen wird. Die Einstellung dieser Maximalwerte muss durch den Anwender veränderbar sein, die gewollte Überschreitung von vorher definierten Grenzen grundsätzlich der Entscheidung des Planers unterliegen. Ein in diesem Zusammenhang eminent wichtiges Kriterium ist die Möglichkeit solche "virtuellen Verkabelungen" geschoss- und planübergreifend durchführen zu können. Die Verarbeitung der dritten Dimension sollte stets automatisch im Hintergrund erfolgen um einserseites den enstehenden Arbeitsaufwand zu minimieren und andererseits die notwendigen Basisdaten für eine korrekte Massenermittlung oder im Bedarfsfall für eine 3D-Visualisierung zu liefern.
Komplett wird das System mit umfangreichen Auswertungsfunktionen. So erstellt ein modernes CAD/CAE-System eine Vielzahl von Listen und Tabellen. Dazu gehören z.B. Kabelzuglisten, Gerätelisten, Belegungslisten für Steigetrassen usw. Die automatische Generierung vom Schema-Plänen für Stark- und Schwachstrom, die automatische Generierung von 1 oder 3pol. Stromlaufplänen und die automatische Beschriftung der Zeichnungselemente, bis zum Generieren von KKS-Schlüsseln gehören zum Funktionsumfang. In Verbindung mit einem Berechnungsmodul sollte die Möglichkeit bestehen, dass Kabelquerschnitte geprüft und normgerecht dimensioniert werden. Die Auslegung der Sicherungselemente, inkl. Leistungsschalter in allen Bauformen mit hersteller- und typgerechter Parametrisierung, erfolgt ebenfalls automatisch. Dabei werden die Auslösekriterien (Schmelzenergie, Zeit-/Strom-Verhalten, Streubandkennlinien etc.) ausgewertet und die Anlage wird selektiv gestaffelt abgesichert. Selbstverständlich werden die notwendigen Daten direkt aus den CAD-Plänen übernommen und nach der Berechnung auch dort korrigiert. Abgerundet wird das ideale CAD/CAE-System durch eine Schnittstelle, die eine Massenübergabe in AVA- und/oder Kalkulationssysteme bietet. Normen wie die ÖNORM und ggf. die GAEB-Schnittstelle in all ihren Ausprägungen müssen vorhanden sein.
Alle diese Funktionen und Möglichkeiten bietet Ihnen elcoSystem R4. Von der reinen CAD-Funktion bis zur vollständigen CAE-Anwendung können alle Planungsstufen und Projektgrößen wirtschaftlich und normgerecht bearbeitet werden. Zur Abrundung des Systems gehört eine erfahrene und hochqualifizierte Mannschaft beim Hersteller. Projekterfahrene Elektroingenieure, aus der Planung oder aus der Ausführung, unterstützen Sie im Support und führen praxisgerechte Softwareschulungen in Wiesbaden oder vor Ort durch.


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